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  • Amenorrhö & Hormonbalance / Frauengesundheit & Wohlbefinden

    Hypothalamische Amenorrhö – Was tun wenn die Regel ausbleibt?

    Nachdem ich nun einige Wochen bzw. Monate nach meinem missing piece, also meiner vermissten Periode, gesucht habe und dabei eine ganz schöne Inventur von Körper und Geist vorgenommen habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass meine Amenorrhö (also das Ausbleiben meiner Periode) durch den NuvaRing ausgelöst und durch Stress aufrechterhalten wurde. Warum ich das denke?

    Nun, je länger ich den NuvaRing verwendete, desto schwächer wurde meine Periode. Bis sie irgendwann ganz ausblieb. Meine Frauenärztin beruhigte mich damals und meinte, das könne schon mal vorkommen bei schlanken Frauen in meinem Alter und schickte mich wieder nach Hause. Erst sechs Monate später ließ sie meine Blutwerte untersuchen und rief mich ein paar Tage später besorgt an: „Ihr Werte sehen gar nicht gut aus.“ Hier findest du nochmal meine ganze Amenorrhö Geschichte zum Nachlesen.

    Amenorrhö – meine Hormonwerte

    Ich habe die Befunde mit meinen Hormonwerten von damals mal herausgekramt:

    24.2.2016, meine Werte vor dem Absetzen

    • LH <0.1 SE mlU/ml
    • FSH 0.3 SE mlU/ml
    • E2 Oestradiol <17 SE pg/ml (unter 17 wird anscheinend gar nicht mehr gemessen)

    Zum Vergleich, die normalen Werte in meinem Alter, je nach Zyklusphase

    • LH 1.0 – 95.6 SE mlU/ml
    • FSH 1.7 – 21.5 SE mlU/ml
    • E2 Oestradiol 17 – 398 SE pg/ml

    28.4.2016, nach dem Absetzen im März 2016, haben sich meine Werte dann wieder normalisiert

    • LH 4.3 SE mlU/ml
    • FSH 6.4 SE mlU/ml
    • E2 Oestradiol 56 SE pg/ml

    Doch trotz der zwar niedrigen, doch normalen Werte, blieb meine Periode auch nach dem Absetzen des NuvaRings weiterhin aus.

    Die Vermutung: eine hypothalamische Amenorrhö. Wieso hypothalamisch? Der Hpothalamus ist der Teil des Gehirns, der dem Körper signalisiert, ob er sich in einer sicheren Umgebung für das Austragen von Kindern befindet.

    Wenn der Körper das Signal erhält: „Stopp, nicht sicher“, dann wird auch die Hormonproduktion heruntergefahren. Eigentlich ganz schön clever. Wie merkt der Körper, dass die Situation, in der er sich befindet, nicht „sicher“ ist? Durch Stress!

    Hypothalamische Amenorrhö und Stress

    Stress kann geistige und körperliche Ursachen haben. Oder oft: beide.

    Mentaler Stress kann zum Beispiel verursacht werden durch einen zu hohen Leistungsdruck in der Uni oder der Arbeit (Bore out / Burn out), Beziehungsprobleme oder Essstörungen.

    Körperlicher Stress kann von einem zu niedrigen Körperfett-Level kommen, einer extrem schnellen Gewichtsabnahme/ -zunahme, einem zu intensiven Training, zu wenig Schlaf oder einer zu geringen Kalorienzufuhr. Oder durch eine bunte Mischung all dieser Faktoren.

    Stress und Hormone

    Dieser hypothalamische Stress wirkt sich negativ auf die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen, Progesteron, LH und FSH aus und kann u.a. zum Ausbleiben der Periode führen.

    Bei mir lag wohl eine Kombination aus körperlichem und geistigen Stress vor. Innerhalb von 3 Monaten nahm ich um die 4kg ab, von 59kg auf 55kg im Juni / Juli 2016 (bei einer Größe von 1,70m). Das klingt jetzt nicht nach Magersucht, aber war schon so auffällig, dass ich von Freunden darauf angesprochen wurde. Und dabei wollte ich gar nicht abnehmen, irgendwie ist das einfach so passiert.

    Wahrscheinlich hing das auch zusammen mit der Trennung von meinem langjährigen Freund im Juli 2016, die mir gleich zwei Sicherheitsstandbeine unter den Füßen wegriss: meine Beziehung und meine Wohnung, denn nach nur 2 Wochen schnappte ich mir zwei Koffer und zog aus unserer gemeinsamen Wohnung aus und in die Wohnung einer Freundin.

    Zu dieser Zeit litt ich auch zum ersten Mal in meinem Leben an Schlafproblemen. Baldrian, Neurexan, Die 3 ??? Hörbücher, Johanniskrauttee… ich probierte einiges aus, aber nichts wollte so richtig helfen. Ich begann zu meditieren, aber auch das fiel mir anfangs wahnsinnig schwer. 10 Minuten still sitzen, ahhhh.

    Ich wusste nicht so richtig wohin mit mir, nicht nur beim Meditieren, sondern auch im Leben.

    Ich wusste nicht so richtig wohin mit mir, nicht nur beim Meditieren, sondern auch im Leben. Damals wohnte ich noch in Köln, eine Stadt in die ich 2014 für meinen Exfreund gekommen war. Was sollte ich also tun, gehen oder bleiben? Ende 2016 entschied ich mich dann, nach Berlin zu ziehen. Und so langsam wurde ich ruhiger.

    Doch nach wie vor: keine Periode.

    Wege zu Balance und Heilung

    Der Heilungsprozess einer hypothalamischen Amenorrhö ist von Frau zu Frau verschieden. Die „Selbstinventur“, also das Auseinandersetzen mit den Ursachen, ist dabei der erste Schritt. Denn meist ist es nicht so offensichtlich, wie eine drastische Gewichtsabnahme von 20kg oder 7h Marathontraining am Tag.

    Ich bin überzeugt davon, dass der mentale Teil der wichtigere und zugleich der schwierigere Part der Stress-Gleichung ist.

    Für mich ist das Schreiben dieses Blogs eine wahnsinnig hilfreiche Form des Erkennens und des Heilungs-Prozesses. Einige Themen sind mir erst während des Schreibens klargeworden, wie zum Beispiel mein eventuell zu hartes Training (Ist mein Sportprogramm in Balance?) oder das unterbewusste Unterdrücken meiner Weiblichkeit (Gedanken zum Thema Weiblichkeit).

    Das Schreiben dieser Artikel waren wahnsinnig schmerzhafte und zugleich hilfreiche Prozesse, bei denen ich wirklich mein Innerstes nach außen gekehrt habe. Wieso schmerzhaft? Nun ja, wer stellt schon gerne fest, dass einige seiner Entscheidungen und Glaubenssätze, die immer richtig erschienen, eigentlich destruktiv sind?

    An dem Text über Weiblichkeit bspw. habe ich ca. 8h an einem Sonntag gesessen, nachdem mir das Thema den Schlaf geraubt hatte. Im Nachhinein wirkt dann alles logisch und offensichtlich. Das eigentliche Analysieren und Erkennen, aus der eigenen Situation heraus, das ist der Prozess.

    Eat more. Relax more. Repeat.

    Eat more. Relax more. Repeat. Wenn ich die Behandlung einer hypothalamische Amenorrhö in 3 Sätze zusammenfassen müsste, wären das diese.

    Aktuell ist mein größtes Thema das Loslassen. Bzw. das Nicht-So-Gut-Loslassen-Können. Oft fühle ich mich getrieben von Aufgaben, die bei näherer Betrachtung nicht einmal besonders wichtig sind. Ob das Geschirr jetzt oder heute Abend abgespült wird – Wayne interessiert’s?

    Wie kann man lernen loszulassen?

    Ich lerne loszulassen, indem ich weniger hart zu mir selbst bin, oder versuche es zu sein. Indem ich das Unperfekte annehme und im Jetzt lebe. Indem ich versuche, täglich zu meditieren. Und kürzere To Do Liste schreibe.

    Ich muss nur noch kurz… ich muss gar nichts!

    You don’t need more time, you just need to decide.

    Denn: Muss wirklich alles immer perfekt sein? Ist es wirklich wünschenswert, der oder die Beste in etwas zu sein? Eine gewisse Portion Disziplin und Ehrgeiz sind natürlich gut und wichtig. Aber wie bei vielen anderen Dingen auch macht die Dosis das Gift; Stress und Verbissenheit sollten nicht das Ergebnis des Strebens nach einer perfekten Version meines Selbst sein. Vielmehr geht es doch darum, sich um Zufriedenheit, Glück und Gelassenheit zu bemühen, mit dem Ziel, für sich selbst und seine Mitmenschen das wertvollste und reichste Leben zu kreieren. Voll mit schönen Erfahrungen, Lachen, Weinen, magischen Momenten.

    Also: Sei gut zu dir selbst! Und nicht so perfektionistisch.

    Meine Loslass-Übung des Tages: diesen Schreibfeler hier stehen lassen, ohne nervös zu werden 😉

    Alles Liebe, Pretty!
    Deine Insa

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