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  • Amenorrhö & Hormonbalance

    Zyklusstörungen durch Nagellack? Das bunte Gesundheitsrisiko für unser Hormonsystem

    Mädels, dieser Artikel wird wehtun. Aaaber es gibt ein Happy End *Spoiler*. Wir müssen nämlich mal über Nagellack sprechen. Und was dieser in strahlend schönen Farben daherkommende und mit niedlichen Namen versehende Lack für Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Hormonsystem und damit unsere Fruchtbarkeit haben kann. Los geht’s!

    #anzeige, da mit Nagellack versorgt von Gitti

    Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

    Diese Frage sollte das Leben von Jenni, der Gründerin des Nagellack-Labels Gitti, gründlich verändern. Und, langfristig wahrscheinlich auch das Leben von vielen anderen Frauen. Denn ihre spontane Antwort lautete: „Glitzernagellack!“ Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen Nagellack, den man ohne schlechtes Gewissen und auf Kosten für die eigene Gesundheit tragen kann.

    Mit der Frage über die Angst eröffnete Jenni auch ihren Vortrag bei einem Business Event für Frauen in Berlin, bei dem ich sie kennenlerne.
    Nagellack, aha. Ja, mag ich. Wer nicht? Aber sind nicht schon alle Farben erfunden worden?, frage ich mich, vor dem Event das Programm lesend. Doch als Jenni anfängt zu erzählen, hänge ich sofort an ihren Lippen.

    Denn das, was sie da berichtet, hat es in sich.

    Gesundheitsrisiko Nagellack

    Mit wenig Make-up, dafür aber mit grellen Schuhen steht Jenni groß, schlank und schön auf der Bühne und berichtet voller Begeisterung von ihrer Idee und Mission, mit Gitti den Nagellack-Markt zu revolutionieren.

    Sie spricht von ihrer Liebe für Nagellack, von ihrem Pain, dass es nie einen wirklich nachhaltigen und gesunden Nagellack gab, von dem Abend in der Bar mit Freunden, in dem sie spontan ausspuckt, sie würde Glitzernagellack machen, wenn sie keine Angst hätte. Von der Nacht danach, in der sie anfing zu recherchieren und auf alle möglichen Fakten zum Thema Nagellack und dessen gesundheitliche Risiken stieß. Von einer Akte, die es wohl sogar im Weißen Haus zum Thema Nagellack geben soll. Krebserregend sollen einige Stoffe in Nagellack sein. Hormonell wirksam (Ergebnis: Zyklusstörungen). Und sogar Lähmungen wurden wohl im Zusammenhang mit Nagellack bereits beobachtet; bei Katzen zwar, aber hey. (Was für Katzen tragen überhaupt Nagellack?! ;))[1][2].

    Ich werde immer wacher, rutschte auf meinem Stuhl nach vorne. Spannend! Schließlich hatte ich selbst während meiner zwei Jahre ohne Periode (Amenorrhö) mit einem gestörten Hormonsystem zu tun.

    Zyklusstörungen durch Nagellack?

    Der Sherlock in mir fragt sich:

    Kann es gar einen Zusammenhang geben, zwischen Frauen mit Zyklusstörungen wie Amenorrhö, Regelschmerzen, PCOS, PMS oder unerfülltem Kinderwunsch und dem Auftragen von buntem Nagellack?

    Wieder Zuhause fange ich an zu recherchieren. Lustig eigentlich, wie wenig ich mich bislang mit dem Thema Nagellack beschäftigt habe, liebe ich es doch selbst, meine Finger- und Fußnägel ab und zu schön bunt anzupinseln, vor allem im Sommer. Und auch in dem Interview mit der Bio-Chemikerin Sarah zum Thema Hormone in unserer Kosmetik spielte Nagellack keine Rolle.

    Aber jetzt! Nagellack.

    Spontan assoziiere ich mit Nagellack zweierlei:

    1. Einen Ausdruck von Weiblichkeit, genauso wie Makeup, mit dem man gezielt Signale senden kann, à la Fahr die roten Krallen aus, Baby…
    2. Eine Form von Pflege und Selbstliebe, ein Ritual… schließlich nimmt man sich mit einer schönen Maniküre oder Pediküre Zeit für sich selbst, gönnt sich etwas, tut sich etwas Gutes. Wie ein kleiner Urlaub.

    Nagellack gehört zur dekorativen Kosmetik, es gibt ihn in bunt, oder klar, als „normalen“ flüssigen Nagellack und in Spezialformen, die eine längere Haltbarkeit versprechen, wie Shellac, Strip Lack oder Gel Lack. Und ja, bei genauerem Hinschauen kann man bereits vermuten, dass es sich bei Nagellack in der Regel um kein besonders natürliches Produkt handelt. Man muss nur mal die Nase in eins der meist von Asiatinnen betriebenen Nagelstudios in Bahnhöfen und Einkaufszentren halten… der beißende Geruch, brrrr…

    Die Hauptbestandteile von Nagellack sind Nitrozellulose (Nitrolack), leichtflüchtige Lösungsmittel und, wenn bunt, Farbpigmente. [3]

    Nagellack Studie: Risikofaktor TPHP

    Besonders in die Kritik gekommen, lerne ich, ist Nagellack durch die 2017 veröffentlichte Studie von Duke Universität und EWG (Environmental Working Group)[4], die den kritischen Inhaltsstoffs Triphenylphosphat[5], kurz TPP oder TPHP, an den Pranger stellt. TPHP ist eine Chemikalie, die in der Industrie als Weichmacher für Plastik und als Flammschutzmittel für Möbel eingesetzt wird. Sie findet aber eben auch in der Kosmetik seine Anwendung. Und das nicht zu knapp: In 50-80% Prozent[6][7] aller getesteten Nagellacke konnte der giftige Inhaltsstoff nachgewiesen werden.

    Einmal im menschlichen Körper kann TPHP als „endokriner Disruptor“ wirken, also einen Einfluss auf unser Hormonsystem nehmen. Und das nicht irgendwann erst in 10 Jahren: Innerhalb weniger Stunden nach dem Auftragen von Nagellack mit diesem Weichmacher, kann TPHP, bzw. dessen Metabolit aka Zwischenprodukt DPHP [8] in unserem Körper (Blut und Urin) nachgewiesen werden. Langfristig können so unser weiblicher Zyklus, unsere Gesundheit und unsere Fähigkeit, Kinder zu bekommen, gestört werden.

    Aber aber aber…

    Wie kommt denn der Nagellack / das giftige TPHP überhaupt in den Körper? Wir malen uns ja nicht die Finger an, sondern die Nägel und die sind ja nicht durchlässig.

    Oder etwa doch?

    Ähm. Ja, doch.

    Sind Nägel durchlässig?

    Normalerweise sind Fuß- und Fingernägel mit ihrer Nagelplatte sehr stabil und kaum durchlässig. Doch gibt es bestimmte Chemikalien und Stoffe, die die Nageloberfläche angreifen und langfristig porös machen können, wodurch die toxischen Inhaltsstoffe schließlich in den Körper gelangen[9]. Neben Nagellackentfernern mit Aceton gehören dazu beispielsweise alkoholhaltige Handdesinfektionsmittel oder aggressive Putzmittel. Und, surprise, surprise: natürlich kann man seine Nägel auch mechanisch dünner machen, nämlich mit Polierfeilen.

    Eine weitere Schwachstelle am Nagel bildet das Netzwerk der Kapillaren um das Nagelbett herum, das leicht verletzbar ist, so dass auch hier chemische Stoffe ins Blut geraten können. [10]

    Hallo Fingernagelhaut-knibbeln, -abschneiden, -zu-doll-zurückschieben…

    Ein Test bestätigt, dass Fingernägel nicht die besten Barrieren sind: Einer Versuchsgruppe wurde der Nagellack zunächst auf Synthetik-Nägel aufgetragen, die auf Handschuhe geklebt waren (sah bestimmt witzig aus). Dabei änderten sich die Harnwerte der Teilnehmer nicht merklich. An einem anderen Tag wurde ihnen der Lack direkt auf die eigenen Nägel appliziert. Das Ergebnis: Die TPHP-Werte im Urin stiegen stark an.[11]

    Zusammengefasst kann man also sagen: TPHP ist böse und gehört nicht in unseren Körper.

    Eine kleine Inventur in meiner Nagellack-Kiste ergibt, dass auch einige meiner Nagellacke TPHP enthalten, u.a. mein OPI Nagellack „Bubble Bath“. (Die INCIs muss man erstmal finden. Sie versteckten sich in Schriftgröße 3 unter einem Sticker…)

    Bye Bye Bubble Bath ;(

    Neben TPHP ist da noch so einiges anderes an Nagellack-Inhaltsstoffen aus dem Chemiebaukasten drin…

    Giftige Nagellack Inhaltsstoffe Teil 2: Risiko Formaldehyd & Co.

    Die Nagellack-INCIs Formaldehyd, Tuluol und Phtalate bilden das wohl bekannteste Ganoven Trio in unseren Nagellacken, da sie in dringendem Verdacht stehen, Atemprobleme und Allergien auszulösen, krebserregend zu sein und „reproductive effects“ zu haben, sich also negativ auswirken können auf unsere Fortpflanzungsfähigkeit.[12]

    Man könnte noch viel mehr dazu sagen, aber ich halte mich kurz: Puh. Ich bin echt ein bisschen traurig und schockiert darüber, was ich meinen armen Nägeln so lange zugemutet habe. Die Nägel sind schließlich auch ein wichtiger Teil unseres Körpers und gelten als Spiegel für die Gesundheit, genauso wie unsere Haut – und unsere Periode.

    Aber ich hatte euch ja ein Happy End versprochen…

    Mein Nagellack Happy End

    Genau bei der Gesundheitsproblematik von herkömmlichen Nagellack setzt nämlich Jenni mit Gitti an. Zusammen mit einem Forscherteam hat sie es geschafft, einen wasser-basierten und veganen Nagellack zu entwickeln, der ohne diese schädlichen Stoffe auskommt, die sonst in herkömmlichen Nagellacken enthalten sind. Und der trotzdem schön aussieht, sich gut auftragen lässt und (fast) genauso lange hält wie normaler Nagellack. Sogar pflegende Inhaltsstoffe sind zu 15% enthalten: Vitamin C, Vitamin E und Provitamin B5 sorgen für gesunde und starke Nägel.

    Mit ihrer innovativen Formel ist Jenni frisch in den Verkauf gestartet. Die erste Runde war sofort ausverkauft, so dass ich mich umso mehr freute, als ein Testpaket bei mir ins Haus flatterte.

    Nagellack wasserbasiert Gitti
    oh hallo – wasserbasierter Nagellack von Gitti

     

    Mein Test: Veganer, wasser-basierter Nagellack

    Ich packe mein Päckchen aus und bin direkt angetan von den minimalistischen Gitti Nagellack-Flaschen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch nachhaltig in Frankreich produziert werden. Très chic 🙂

    Also, ab auf die Nägel mit dem guten Zeug. Ich starte mit dem durchsichtigen, leicht milchigen Top & Base Coat und freue mich darüber, wie leicht man den Lack auftragen kann, wie ein sehr flüssiges Creme-Gel. Smooooth. Der Lack trocknet schnell und hinterlässt ein schönes Glänzen auf den Nägeln. Auch der Geruch fällt positiv auf. Beziehungsweise gar nicht, denn der Lack riecht absolut neutral. Schritt 2: Es wird rot! Auch der kirschrote Nagellack lässt sich einfach auftragen und sieht toll aus. Hach. Nach meinem veganen wasser-basiertem Nagellack Test bin ich überzeugt:

    An meine Nägel lasse ich nur noch Wasser. Und Gitti. 😉

    Danke Jenni, endlich kann ich wieder die roten Krallen ausfahren!
    Und das, mit einem guten Gefühl, für Körper und Seele!

    In dem Sinne, lass es dir gut gehen, Pretty.

    Deine Insa

     

    [1] https://www.epochtimes.de/gesundheit/kosmetik-chemikalie-tphp-in-nagellacken-fuehrt-zu-laehmungen-und-stoert-hormonfunktionen-a2020164.html
    [2] https://www.naturalnews.com/051790_nail_polish_endocrine_disruptors_triphenyl_phosphate.html
    [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Nagellack
    [4] https://www.ewg.org/research/nailed
    [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Triphenylphosphat
    [6] https://www.epochtimes.de/gesundheit/kosmetik-chemikalie-tphp-in-nagellacken-fuehrt-zu-laehmungen-und-stoert-hormonfunktionen-a2020164.html
    [7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26485058
    [8] https://www.naturalnews.com/051790_nail_polish_endocrine_disruptors_triphenyl_phosphate.html
    [9] https://www.naturalnews.com/051790_nail_polish_endocrine_disruptors_triphenyl_phosphate.html
    [10] https://www.naturalnews.com/051790_nail_polish_endocrine_disruptors_triphenyl_phosphate.html
    [11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26485058
    [12] https://www.epa.gov/sciencematters/epa-science-matters-newsletter-healthier-nail-salons
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