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    Geldsorgen? So änderst du dein Verhältnis zu Geld – im Gespräch mit Money Mindset Coach Julia

    Vor kurzem habe ich an einem „Money Mindset Workshop“ in Berlin teilgenommen und fand es doch erstaunlich, was da in so kurzer Zeit zu Tage tritt: Alte Glaubenssätze zum Thema Geld, aber auch zu sich selbst (Klassiker: Ich bin nicht genug), wurden da ans Tageslicht befördert und durch neue, bestärkendere Glaubenssätze ersetzt.

    Da ich das Thema so spannend und wichtig finde, auch in Bezug auf Hormonbalance und Amenorrhö (das Ausbleiben der Periode für alle Newbies ;)), freue ich mich riesig, dass sich Julia, mein Money Mindset Coach, heute die Zeit für dieses kleine Interview genommen hat.

    Vielleicht fragst du dich jetzt, was denn Bitteschön das Thema Geld mit unserer Hormonbalance zu tun hat? Die Antwort:

    Geld kann uns stressen. Und Stress bedeutet: StressHORMONE.

    Stress und Hormonbalance

    Stress ist für unseren Körper ein direkter Angriff auf unser Gefühl von Sicherheit. In Situationen, die für unseren Körper „Gefahr“ bedeuten, werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet, die unserem Körper signalisieren, dass jetzt mal eine Reaktion angebracht wäre – Flucht oder Kampf, Fight or Flight. Heutzutage ist es natürlich nicht mehr der Tiger, vor dem wir flüchten müssen, sondern vielleicht das Finanzamt. Oder unser Chef.

    Stress steht im diametralen Gegensatz zu dem Gefühl von Ruhe, Balance und Geborgenheit, nach dem wir ja eigentlich streben. Jedoch muss man hier unterscheiden: Ab und zu ist Stress normal und total ok, schließlich gibt es auch positiven Stress. Gefährlich wird es erst, wenn Stress chronisch wird und sich der Körper in einem Zustand von Dauerstress befindet.

    Typische (Dauer-)Stress-Symptome

    • Nervosität
    • Schlafstörungen
    • Herz-Kreislaufprobleme wie Bluthochdruck, Schwindel, Herzrasen und Atembeschwerden
    • Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall, Verstopfung, Reizdarm und Sodbrennen
    • Chronische Müdigkeit und Erschöpfung

    In meinem Amenorrhö E-Book Happy Periods. Zurück zum Zyklus in 10 Schritten“ geht es gleich in zwei Kapiteln um Stress; und zwar unterscheide ich hier Alltagsstress, z.B. Social Media Stress, und außergewöhnlichen Stress, wie er durch gravierende Einschnitte ins Leben wie eine Trennung, Krankheit, den Jobverlust oder Fernreisen auftritt. Auch Geldsorgen und finanzielle Zukunftsängste kann man wohl zu letzterem zählen.

    Also: höchste Zeit, sich das Thema Geld einmal vorzuknöpfen. Los geht’s!

     

    Liebe Julia, du bist selbstständiger Coach und hilfst u.a. in deinen „Money Mindset“ Workshops anderen Menschen dabei, ihre limitierenden Glaubenssätze zum Thema Geld zu ändern. Wie bist du dazu gekommen, Money Mindset Workshops anzubieten?

    Liebe Insa, erst einmal vielen lieben Dank für die Einladung zu diesem Interview. Auch für mich selbst kam der Money Mindset Workshop sehr überraschend, weil Geld für mich bisher nie im Vordergrund stand. Als Coach beschäftige ich mich überwiegend mit den Themen Mindset, emotionale Intelligenz und Unterbewusstsein. Ich helfe Menschen dabei, tiefsitzende Blockaden und Ängste aufzulösen, sodass sie sich wieder freier und lebendiger fühlen. Vor meiner Coaching-Ausbildung habe ich Wirtschaftswissenschaften studiert und war zum Thema Geld eher kritisch eingestellt.

    Während meines Studiums habe ich Geld mit Habgier und Oberflächlichkeit verbunden. Folglich war es für mich – wie für viele andere – eher negativ besetzt. Was ich dieses Jahr aber wirklich begriffen habe ist, dass auch Geld in uns eine emotionale Reaktion auf Basis unserer Glaubenssätze auslöst. Und diese unterbewussten Glaubenssätze bestimmen unsere Handlungen und letztlich unser Einkommen – was wir zu verdienen glauben. Ich hatte dann so eine Art kleinen Erleuchtungsmoment, in dem ich mich von vielen alten Glaubensmustern lösen konnte. Einen Workshop zu dem Thema zu geben, war für mich die logische Schlussfolgerung und gleichzeitig eine sehr intuitive Entscheidung.

    Was bedeutet Geld für dich?

    Geld bedeutet für mich Potenzial. Es ist ein Tauschmittel, das sehr viele Möglichkeiten eröffnet. Ich kann es dazu einsetzen meine Herzensziele zu erreichen und positive Veränderungen zu bewirken. Während ich Geld früher abgelehnt habe, sehe ich jetzt das immense, schöpferische Potenzial.

    Mir ist es sehr wichtig, dass wir als Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten unser Bewusstsein erweitern und dadurch psychische Krankheiten besser verstehen und heilen lernen. Ich habe in diesem Bereich schon einige sehr tiefgreifende Erfahrungen gesammelt und weiß deshalb, dass alles möglich ist. Wenn wir Geld als Gesellschaft auf die Bereiche fokussieren, die wir weiterentwickeln möchten, dann werden wir sowohl individuell als auch global schon bald das ein oder andere Wunder erleben.

    Geld ist für mich wie ein Vermittler, der Energie übersetzt und frei fließen lässt, um Evolution zu erleichtern und Ressourcen optimal einzusetzen.

    Aber um noch einmal kurz auf meine persönliche Ebene zurückzukommen: Geld bedeutet auf einer individuellen Ebene für mich Freiheit – die Freiheit so zu leben, wie es sich für mich wunderbar anfühlt und an den Dingen zu arbeiten, die ich als bedeutend erachte.

    Julia Money Mindset
    Julia in action


    Welche Themen / Muster tauchen bei den Teilnehmern in deinen Money Mindset Workshops immer wieder auf?

    Spannende Frage. Die Story zum Thema Geld ist tatsächlich bei jedem Menschen unterschiedlich. Manche verdienen viel Geld, haben aber Schwierigkeiten es bewusst zu verwalten und richtig zu investieren. Andere haben Schwierigkeiten damit, überhaupt erst einmal Geld zu verdienen. Wieder andere sind der felsenfesten Überzeugung, dass sie nur mit harter Arbeit Geld verdienen können und erlauben sich nicht ihrer Leidenschaft zu folgen. (That’s me, Anm. der Redaktion ;))

    Was alle Geldprobleme gemeinsam haben, ist eine Fokussierung auf den „Mangel“.

    Das Stichwort ist: „nicht genug“. Entweder gibt es „nicht genug“ Geld oder „Ich bin nicht gut/ intelligent/ fleißig genug“ oder meine Arbeit ist „nicht gut/ professionell genug“. Wie man leicht erkennen kann ist das nichts anderes als eine mangelorientierte Art zu denken. Es hat im Endeffekt gar nicht so viel mit dem Thema Geld an sich zu tun, sondern mehr mit dem eigenen Selbst- und Weltbild. Was ich aber dazu sagen muss ist, dass die Teilnehmer meiner Workshops sich dessen schon sehr bewusst sind und schon viel hinterfragt haben. Ich gebe ihnen dann den nötigen Kick, um wirklich an sich zu glauben und die nächsten Schritte zu gehen.

    Geld Affirmation
    So könnte deine neue Affirmation zum Thema Geld lauten

    Um an Geld zu kommen, es anzuhäufen, handeln wir oft opportunistisch und egoistisch und überstrapazieren die Ressourcen der Erde und unserer selbst. Das Ergebnis: ein vermurkstes Klima, ausgehende Ressourcen und in der Bevölkerung zunehmende Zahlen von Burnout, Depressionen und chronischen Krankheiten. Wie siehst du das, macht Geld uns persönlich zu schlechteren Menschen?

    Um es auf den Punkt zu bringen: „Money vibrates at the same frequency as you do.“  Wir dürfen nicht vergessen, dass unser aktuelles Geld- und Wirtschaftssystem von uns erschaffen wird. Natürlich gibt es Zusammenhänge zwischen Klima, Geld, Wirtschaft und Gesundheit. Geld ist aber keineswegs die Wurzel. Wir selbst sind die Entscheider und wenn wir ein kapitalistisches, konsumorientiertes System auf die Beine stellen, dann spiegelt dieses System unseren aktuellen, gesellschaftlichen Bewusstseinszustand wider.

    Geld ist lediglich ein Spiegel unserer Überzeugungen. Wenn wir aufgrund negativer Glaubenssätze Angst empfinden, werden wir geizig und kompetitiv, weil wir unseren mangelorientierten Zustand auf alles und jeden projizieren.

    Natürlich erzeugt so ein Denken suboptimale Ergebnisse, denn es ist alles andere als konstruktiv.  Wir sind aber nicht die Opfer unseres Systems, sondern die Schöpfer. Und wenn wir uns für Liebe, Kooperation und Integrität entscheiden, was viele Menschen bereits tun, dann setzen wir ganz genau so auch unser Geld ein. Geld wird dann zu einem wunderbaren Instrument, das wahnsinnig viel Gutes bewirkt. Es sind gerade so viele wunderbare Ideen am Entstehen: Nachhaltigkeit, Fair Trade, Vegetarismus, Female Empowerment, Bewusstseinsarbeit. Diese Themen gewinnen zunehmend an Relevanz. Ich sehe eine sehr positive Entwicklung in den letzten Jahren. Wir fangen an Empathie und Strategie zusammenzubringen, das Ergebnis kann nur genial sein.

    Und nun noch eine etwas größere Frage: Ist es vielleicht weniger ein individuelles Problem, das viele von uns mit Geld haben, als vielmehr das Ergebnis des kapitalistischen Systems, das uns langfristig krank macht?

    Das kapitalistische System kann uns nur beeinflussen, wenn wir das zulassen. Wenn wir von außen nach innen leben, dann kann uns der Kapitalismus krank machen. Aber warum sollten wir das tun? Wir können alte, materialistische Glaubenssätze hinterfragen und uns davon lösen. Wir können die positiven Aspekte des Kapitalismus wie z.B Effizienz und Reichtum beibehalten und negative Aspekte wie z.B. Ausbeutung und Ungleichheit von der Wurzel her begreifen und nach und nach auflösen. Es gibt das System nicht ohne uns. Wir sind uns nur gesamtgesellschaftlich noch nicht aller Zusammenhänge bewusst und konnten deshalb noch kein optimales System realisieren. Viele Menschen fangen aber an zu verstehen, dass wir alle gleichermaßen verantwortlich sind, für die Erfahrungen, die wir tagtäglich neu erschaffen.

    Es ist wichtig, dass wir nicht zu kategorisch denken, sondern neugierig bleiben und nach echten Lösungen suchen, ohne uns in Schuldzuweisungen zu verlieren. Wir haben als Menschheit ein enormes Potenzial und das ist noch lange nicht ausgeschöpft. Ich bin mir sicher, dass wir weitere revolutionäre Ideen verwirklichen werden.

    Wie können wir einen gesunden Umgang mit Geld finden?

    Es gibt ganz praktische Übungen, mit denen wir unser Unterbewusstsein umprogrammieren können – weniger Angst, mehr Liebe. Es ist fast lächerlich simpel, wenn man es beständig tut. Ich erlebe regelmäßige Wunder durch: Affirmationen, Visualisierung & Meditation etc. Ich hätte das früher selbst nie gedacht, wie wichtig Selbstliebe und emotionale Intelligenz im Zusammenhang mit Geld wirklich sind. Aber je besser unser Selbstwert und je schärfer unser Bewusstsein, desto besser unsere finanzielle Situation.

    Wenn wir an uns selbst glauben, erlauben wir es uns, unsere Genialität zu entfalten und in Fülle zu leben. Kompensatorische Handlungen fallen weg und wir können bewusst und konstruktiv denken. Folglich erkennen wir auch potenzielle, finanzielle Engpässe und können frühzeitig Lösungen finden. Viele Menschen vermeiden das Thema Geld, weil es tiefe Versagensängste in ihnen triggert. Sie machen ihren Selbstwert von ihrer aktuellen, finanziellen Situation abhängig. Natürlich ist es dann schwierig lösungsorientiert und systematisch vorzugehen. Ein Mensch, der wirklich eine gesunde Beziehung zu sich selbst hat und emotional ausgeglichen ist, macht sich nicht so abhängig von Geld und kann es dadurch rational verwalten. Außerdem führt ein gesunder Selbstwert dazu, dass wir auf friedliche Art und Weise für unsere Bedürfnisse einstehen können und klare Grenzen setzen. Zusammenfassend würde ich sagen:

    Schau dir deine Trigger und Ängste an und hinterfrage sie. Du bist unendlich wertvoll und hast es verdient in Fülle zu leben, Erlaube dir eine positive Zukunftsvision zu erdenken, in der Geld selbstverständlich ist und dann behandle dich dementsprechend!

    Und, meine Standardfrage am Ende jedes Interviews: Was würdest du aus heutiger Sicht deinem 15-jährigen Selbst raten?

    Orientiere dich weniger an anderen und folge deiner Intuition. Du weißt wer du bist!

    Vielen Dank für deine Zeit, liebe Julia!

     

    Wenn du selbst mal bei einem Money Mindset Workshop dabei sein willst: https://high-valyou.com/
    Meine neue Geld Affirmation, die ich zusammen mit Julia entwickelt habe, lautet übrigens: „I follow my heart into abundance.“

    Ich hoffe, du fandest den Artikel genauso spannend wie ich 🙂 Irgendwie macht es mir gerade wieder richtig Spaß Interviews zu führen, ein neues ist schon in der Pipeline. Also bleib dran. Und v.a.:

    Lass es dir gut gehen, Pretty!

    Deine Insa

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